Wie du das Vertrauen des Pferdes aufbaust

Das Vertrauen zwischen Reiter und Pferd ist das A und O im Reitsport. Nur so kann eine wunderschöne Freundschaft entstehen. Ob du nun einfach zum Spaß ins Gelände reiten oder auf Reitturnieren antreten möchtest, ohne das Vertrauen des Pferdes werdet ihr kein Team und es fehlt an Freude und Sicherheit für beide Seiten. 
Es fängt bereits beim „Von der Koppel holen“ an. Vertraut dir das Pferd nicht, kommt es nicht zu dir, lässt sich kein Halfter anlegen oder rennt sogar vor dir weg. Du wirst dein Pferd nicht überzeugen können auf den „gefährlichen Anhänger“ zu gehen oder im Gelände an Gegenständen vorbei zu laufen vor denen es Angst hat. Vertraut es dir nicht, scheut es öfter und das Reiten wie auch der Umgang kann sehr problematisch werden.

Vertrauen kannst du nicht kaufen, du musst es dir verdienen

Es gibt nichts Schöneres als die Bindung und Freundschaft zwischen dir und deinem Pferd. Ihr vertraut euch blind und fühlt euch bei allem, was ihr zusammen macht, sicher. Ihr passt auf einander auf und ihr beide wisst das. Du gehst zur Koppel und rufst dein Pferd…. Was geschieht? Rennt es direkt in die andere Richtung, ignoriert es dich oder kommt es vertrauensvoll zu dir und lässt sich das Halfter anlegen um mit dir zu gehen?
Manche Pferde lassen sich schnell mit Leckerlies und Futter „kaufen“. Allerdings hat das nichts mit Vertrauen zu tun, sondern mit der Gier nach Futter.

Wie gewinnst du das Vertrauen des Pferdes?

Das Vertrauen und die Freundschaft zwischen dir und deinem Pferd kommt nicht von heute auf morgen, es braucht seine Zeit.

Gemeinsame Zeit

Nimm dir die Zeit bei deinem Pferd zu sein und zeig ihm, dass du gerne in seiner Nähe bist. Streichle es, setz oder stell dich einfach dazu und beobachte es. Versuche dein Pferd zu verstehen und sei nicht enttäuscht, wenn es auf der Koppel zu den anderen Pferden geht und dich nicht beachtet. Lass dein Pferd auch leben wie ein Pferd. So ist es ausgeglichen und freut sich auf dich. Was auch immer dein Pferd mal für einen Blödsinn macht, werde niemals grob oder ungerecht. Zeige lieber klar und bestimmt die Grenzen. Bist du einmal ungerecht zu deinem Pferd und wirst grob, nimmst du ihm schnell das aufgebaute Vertrauen. Du erwartest Respekt und ein braves Pferd, dem du vertrauen kannst. Du solltest deinem Pferd genauso Respekt entgegenbringen und ein guter Freund sein.
Dein „Freund“ wird es genießen mit dir spazieren zu gehen oder in der Halle zusammen ohne Strick herumzulaufen. Er wird dir folgen und die Zeit mit dir genießen.

Selbstbewusst und führend

Damit dein Pferd sich bei dir sicher fühlen kann, darfst du es durch eigene Unsicherheit nicht verunsichern. Umso entspannter und selbstsicher du deinem Pferd entgegentrittst, umso entspannter ist auch dein Pferd. Du bist der „Anführer“ und musst klare Grenzen setzen um deinem Pferd somit Sicherheit zu geben. Du sollst es natürlich nicht schlagen oder ungerecht behandeln. Im Gegenteil! Zeige ruhig und bestimmt, wenn sein Verhalten nicht in Ordnung ist. Drängelt es beim Führen, zeige ihm jedes Mal aufs Neue, dass du es nicht zu lässt. Bremse es gelassen und gehe bewusst ruhiger, sodass es merkt, wer von euch beiden der Ranghöhere ist. Verunsichere es nicht, indem du es heute gelassen korrigierst und morgen wieder drängeln lässt.

Sicherheit geben

Ein Pferd ist ein Herdentier und ordnet sich wie in einer Herde unter um sich sicher zu fühlen. Bist du der Rangniedrigere kann das besonders bei unsicheren, ängstlichen Pferden gefährlich werden. Ihm fehlt es an Sicherheit und Vertrauen zu dir und ist sehr ängstlich. Setze daher stets klare und konsequente Grenzen und lass dich nicht von deinem Pferd bedrängen. Dein Pferd wird dies testen um so herauszufinden, wer der Ranghöhere ist. Dein Pferd sollte dir nur sehr nahekommen, wenn du es dazu einlädst. Es soll dich nicht als Kratzbaum verwenden, da dies wiederum ein Zeichen dafür ist, dass es keinen Respekt vor dir hat. Klare Grenzen bieten Sicherheit.

Nicht überfordern

Reite dein Pferd so, wie es Leistung erbringen kann. Überfordere es nicht. Ob bei der Bodenarbeit, in der Dressur, Vielseitigkeit, Springreiten oder was auch immer du mit deinem Pferd für einen Weg einschlägst, lobe dein Pferd auch für Kleinigkeiten, die es richtigmacht. Denn nur so weiß es, dass es richtig ist und fühlt sich sicher. Erwarte von deinem Pferd z.B. nicht, dass es morgen schon piaffiert, nur weil es heute schön in der Anlehnung gelaufen ist oder dass es in paar Tagen über Häuser springt, nur weil es einen kleinen Parcours sicher überwunden hat. Wo auch immer euer gemeinsamer Weg hin führt, alles braucht seine Zeit. Biete deinem Partner genügend Zeit Pferd sein zu können und lass es auf der Koppel seine Ausgeglichenheit behalten. Mit Vertrauen und deinem Pferd als Freund an deiner Seite, steht euch alles offen.

Was macht also eine vertraute Freundschaft mit deinem Pferd aus?

  • Konsequente und klare Regeln
  • Sei immer fair
  • Gib deinem Pferd Sicherheit
  • Sei selbstbewusst und einfühlsam
  • Sei selbst ein Freund
  • Ruhe und Geduld
  • Respektiere dein Pferd

Sei ein Freund, aber gib deinem Pferd klare Grenzen und es wird dir ein treuer guter Freund sein und dir folgen.

Wie hast du das Vertrauen zu deinem Pferd gewonnen? 
Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Stay fair!

Liebe Grüße
Sabrina

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Ein Kommentar zu Wie du das Vertrauen des Pferdes aufbaust

  1. Lea sagt:

    Toller Beitrag, genauso hat es bei meinem Pferd funktioniert.

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